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Das Sterben
prozã [ ]

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de [Peter_Altenberg ]

2011-05-30  | [Acest text ar trebui citit în deutsch]    |  Înscris în bibliotecã de miron stefan



Vor der Zeit wurde sie alt, wegen der Enttäuschungen, wie alle Menschen.
Es ist ein Krebs der Seele, unmerklich zernagend.
Sie wurde 60 Jahre alt, immer dicker, immer gelber, immer enttäuschter.
Ihr ältester Sohn hatte ihr schon vor Jahren gepredigt: »Mama, Schlafen ist wichtiger als Essen und Trinken. Lasse doch wenigstens der Natur Zeit die Sünden unserer Unwissenheiten zu tilgen!«
Sie erwiderte: »Um 6 Uhr morgens muss aber das Speisezimmer gebürstet, geklopft werden, ferner, aber davon verstehst du ja nichts – – –«
Nein, davon verstand er nichts.
Die Lebens-Ordnung auf Kosten der Hausordnung!
Diese Hausordnung wurde ihr grässlicher Henker.
Das Gesetz der leblosen Materie hatte das Gesetz der lebendigen Materie besiegt!
Die Hausordnung die Lebensordnung!
Eines Nachts wurde sie gehenkt, gehenkt, gehenkt – – – – – dann im letzten entsetzlichen Augenblicke befreit, losgemacht, abgeschnitten – – – aufgespart nämlich für einen späteren noch entsetzlicheren Anfall der Herzkrankheit und Atemnot! Die Augen, die Augen, erfüllt mit unsäglicher Angst! Diese Augen schrieen: »Hilfe!«
Ihre Tochter, die sich selbst in Leid verzehrte, wegen der mannigfachen Enttäuschungen, Krebs der Seele, und ebenfalls ein bisschen dick und schwammig wurde infolgedessen, sagte nach diesem ersten Anfalle: »Heute habe ich mir einen Revolver gekauft. Wenn mir dasselbe passierte wie Mama, passiert es mir ein zweites Mal nicht mehr – – –«
Der älteste Sohn sagte: »Gott führt Buch über unsere Einnahmen und Ausgaben während unseres ganzen Lebens. Er hofft, dass wir haushalten werden, segnet uns darum. Aber wir tun es nicht. Gott weint nicht über uns, lächelt nicht über uns. Er ist gerecht und wartet. Er will die Wahrheit unseres Lebens durch entsetzliche Strafen erzwingen. Er kontrolliert den allmählichen Konkurs des Lebenskraft-Kapitales und bestraft ihn mit ›chronischer Krankheit‹«!
Man erwiderte dem ältesten Sohne: »Philosophieren statt Mitleid haben, pfui, aus der Art Geschlagener!«
Ja, aus der Art war er geschlagen:
Er besass das rechtzeitige, das vorzeitige Mitleid, das Präventiv-Mitleid, jenes allein wertvolle Gefühl, das sich bereits mit dem Denken vermählt hat, das Herz-Gehirn, das Gehirn-Herz!
Die alte Schwester der kranken Dame spielte mit ihr jeden Abend Bézigue, liess sie gewinnen, damit sie noch ein bisschen sich freuen könne. Man schickte ihr aus Aufmerksamkeit Seefische, Austern, Champagner, beaf tea jellie ins Haus.
Sie dachte: »Für die Würmer mästet man mich.«
Aber sie sagte: »Ich danke euch von ganzem Herzen. Es hat mich so erfreut.«
Dem ältesten Sohne sagte sie: »Du, ich habe 45 Jahre hindurch meine armen Dienstboten morgens um 5 Uhr aus dem Schlafe getrieben, wegen der Hausordnung. Glaubst du, dass das nun die Strafe ist?!?«
»Ja. Ich glaube es. Ich weiss es!«
Die Verwandten kamen meistens nachmittags. Da war das Haus schon in Ordnung.
Die Sterbende sagte bei der Jause: »Willst du den Tee licht oder dunkler, bitte, du kannst beides haben, nein, es macht wirklich keine Mühe?!? Mit Milch oder mit Rum?!? Oder mit Zitrone?!? Bitte, bediene dich doch. Ja, was du mir da erzählst, ist wirklich sehr komisch. Nein, wer hätte das gedacht?! Marie, servieren Sie die Orangen-Creme. Bitte, nehmen Sie von den Südfrüchten. Auf meine Datteln und Malagatrauben bin ich wirklich sehr stolz. Ich verrate nicht die Quelle.«
»Dieses Geheimnis nehme ich ins Grab mit,« sagte sie lächelnd, worauf sie jemand vorwurfsvoll auf die Hand tippte. Abends war sie ganz erschöpft von der Jause und den Gesprächen.
Um 9 Uhr spielte ihre alte Schwester mit ihr Bézigue und liess sie absichtlich gewinnen.
»Wie konntest du?! Wusstest du denn nicht, dass alle 8 Könige bereits draussen sind?!?«
Nein, sie wusste es angeblich nicht.
»Ich getraue mich wirklich kaum, die 50 Heller von dir anzunehmen – – –«
»Mache doch keine Geschichten. Ich habe korrekt verloren.«
»Nun, auf Revanche.«
In derselben Nacht kam der letzte Anfall. Das Herz arbeitete sich zu Ende. Es wollte und konnte nicht. Entsetzlich!
Sie starb lautlos.
Die Tochter erwachte und sagte in die Dämmerung hinein: »Mama – – –«
Dann schrie sie: »Marie, Agnes – – –«
Die aus dem Tief-Schlafe aufgeschreckten Dienstboten erschienen fast taumelnd.
Am Vormittage erschien der älteste Sohn. Er sagte zu Marie und Agnes: »Ihr seid ja ganz gelb. Ihr habt zu wenig geschlafen. Legt euch nieder!«
Zu seiner Schwester sagte er: »Lege dich nieder und schlafe! Bist du nicht gewarnt genug? Ich werde sorgen, dass dich niemand wecke – – –«
Sie fiel weinend in Kleidern aufs Bett.
So wurde es 1 Uhr nachts. Und nichts rührte sich im Hause.
Der älteste Sohn hielt Wache!
Er trat in das Zimmer zu der toten Mutter, stellte sich hin, küsste ihre Hand und sagte: »Zum ersten Male schläfst du dich aus, Irregeleitete! Ich hielt seit[190] jeher den Schlafenden für einen Gestorbenen. Er ist unfähig für das Lebendigsein, noch nicht reif, noch nicht parat. Ich hatte immer tiefstes Mitgefühl, wenn das Leben ausrasten wollte vom Leben! Nun wirst du die Stunden einbringen, arme Mama, mit Zinsen und Zinseszinsen!«
Am Tage des Leichenbegängnisses sahen alle ganz unausgeschlafen aus, gelb, verwittert, schlaff, wie vorzeitig gealtert. Sogar der Hausmeister und die Hausmeisterin, die die Sache nichts anging, sahen verfallen aus.
Die Tote im Sarge hatte ein ganz friedevolles Antlitz.
Die Tochter liess am nächsten Morgen das Speisezimmer usw. usw. bürsten, klopfen, reinigen, die Teppiche mit Kraut natürlich.
»Wenn Mama es noch sehen könnte – – –« fühlte sie

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